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01.03.2024 00:01 Alter: 147 days
Von: SH

Foto©SAKG_T. Wapenhans

01.03.2024:

Darmkrebsmonat März

„Früherkennung kann Leben retten“



Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 27.02.2024
Aktuell leben etwa 520.700 Menschen mit der Diagnose Darmkrebs in Deutschland. Jedes Jahr kommen rund 60.000 Neuerkrankungen hinzu. Damit ist Darmkrebs hierzulande bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Tumorerkrankung (Quelle: Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK - WIdO).

Doch trotz dieser alarmierenden Zahlen gibt es Hoffnung, denn durch Früherkennung können viele Fälle von Darmkrebs verhindert oder in einem frühen Stadium behandelt werden. Studien zeigen, dass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen die Heilungschancen verbessern und sogar Leben retten können. Ein immunologischer Stuhltest ist ab dem 50. Lebensjahr für Männer und Frauen eine wichtige Maßnahme zur Früherkennung von Darmkrebs. Zusätzlich besteht ab dem 50. Lebensjahr für Männer und ab dem 55. Lebensjahr für Frauen die Möglichkeit einer Darmspiegelung. Bei der Darmspiegelung können Darmkrebsvorstufen wie Polypen erkannt und entfernt werden, bevor sie sich zu bösartigen Tumoren entwickeln. Dies trägt dazu bei, die Inzidenz von Darmkrebs zu senken und die Überlebensraten zu verbessern. "Die Darmkrebsfrüherkennung ist ein wirksames Mittel, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Wir appellieren daher an alle Bürgerinnen und Bürger, ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig an den angebotenen Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen. Je früher Darmkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen", sagt Dr. med. Berndt Birkner, Gastroenterologe und Präsident des Netzwerks gegen Darmkrebs.
Sowohl der Stuhltest, als auch durch die Darmspiegelung schützen vor Darmkrebs. Dies zeigen die Ergebnisse der seit 2002 um die Darmspiegelung ergänzten Vorsorge. Durch die Vorsorge-Koloskopien konnten die Häufigkeit und die Sterblichkeit durch Dickdarmkarzinome drastisch gesenkt werden: „Über 350.000 Menschen wurden vor Darmkrebs geschützt, und mehr als 150.000 Menschen konnten vor dem Sterben an Darmkrebs gerettet werden. Diese Zahlen sind eindrucksvoll, und belegen die Wirksamkeit der Darmkrebsvorsorge“, betont Dr. Birkner
(Quelle: European Journal of Cancer 45 (2009) „Expected reduction of colorectal cancer incidence within 8 years after introduction of the German screening colonoscopy programme: Estimates based on 1,875,708 screening colonoscopies“, Hermann Brenner (a), Michael Hoffmeister (a), Gerhard Brenner (b), Lutz Altenhofen (b), Ulrike Haug (a), (a) Division of Clinical Epidemiology and Aging Research, German Cancer Research Center, Bergheimer Str. 20, D-69115 Heidelberg, Germany (b) Central Research Institute of Ambulatory Health Care in Germany, Herbert-Lewin-Platz 3, D-10623 Berlin, Germany)

Dass Früherkennung wirkt, zeigen auch die Zahlen, denn seit 2002 ist die Zahl der Neuerkrankungen in der Altersgruppe der 50- bis 74-jährigen gesunken. Zeitgleich stieg jedoch die Zahl der Neuerkrankungen bei den 25- bis 49-jährigen um rund 11% an. Dabei haben Menschen dieser Altersgruppe noch gar keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Darmkrebsvorsorge und dass, obwohl in Deutschland inzwischen jede 10. Darmkrebs-Neuerkrankung bei Betroffenen unter 50 Jahren diagnostiziert wird
(Quelle: Journal Onkologie 13.03.2023: https://www.journalonko.de/news/lesen/aktuell-daten-darmkrebs-vorsorge-deutschland )

Wer Fragen zur Darmkrebsvorsorge hat, kann sich in den Psychosozialen Krebsberatungsstellen der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e.V. informieren. Dort finden Bürger*Innen kompetente Ansprechpartner für ihre Fragen rund um eine Krebserkrankung. „Neben beeinflussbaren Faktoren des Lebensstils, wie z. B. gesunde Ernährung und Bewegung, gibt es aber auch bestimmte Vorerkrankungen und erbliche Risiken für Darmkrebs.

Damit Menschen mit einem erhöhten Risiko wissen, wann die Früherkennung für sie beginnt, ist eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung wichtig. Wir appellieren an alle Menschen ab 50 Jahren, die Darmkrebsvorsorge zu nutzen, denn sie kann im Ernstfall Leben retten. Aktuell nehmen aber nur rund 40 Prozent aller Anspruchsberechtigten in Sachsen-Anhalt die Vorsorgekoloskopie wahr“, betont Prof. Dr. med. Hans-Joachim Schmoll, Vorstandsvorsitzender der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft (Quelle: https://www.wido.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/Forschung_Projekte/Ambulante_Versorgung/wido_amb_frueherkennungsmonitor_2023.pdf
)
Ein wichtiger Aspekt bei der Prävention von Darmkrebs ist die Berücksichtigung des familiären Risikos. Etwa 5-10% aller Darmkrebsfälle in Deutschland sind auf erbliche Faktoren zurückzuführen. Menschen, deren Familienangehörige bereits an Darmkrebs erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, selbst an der Krankheit zu erkranken. Besonders junge Menschen sollten daher aufmerksam sein und frühzeitig Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen, wenn Darmkrebs in der Familie bekannt ist.
Für Personen mit familiärer Disposition für erblichen Darmkrebs stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung, darunter die genetische Beratung, die Darmspiegelung (Koloskopie) sowie genetische Tests, um das individuelle Risiko zu bestimmen und gegebenenfalls frühzeitig Maßnahmen zur Prävention oder Früherkennung zu ergreifen.

Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass bei einer familiären Disposition für erblichen Darmkrebs bestimmte Symptome möglicherweise früher auftreten können als bei Personen ohne erbliches Risiko. Zu diesen Symptomen gehören beispielsweise unerklärlicher Gewichtsverlust, Blut im Stuhl oder anhaltende Bauchschmerzen. Daher ist es entscheidend, bei jeglichen Anzeichen von Unregelmäßigkeiten sofort ärztlichen Rat einzuholen.

Veranstaltungshinweis:
Was Interessierte tun können, um ihr Darmkrebsrisiko zu senken und welche Möglichkeiten der Früherkennung es gibt, darüber spricht am 20. März 2024, ab 15:00 Uhr Dr. med. Jan Schröder, Facharzt für Viszeralchirurgie aus dem Harzklinikum Quedlinburg in einer virtuellen Sprechstunde.

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