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12.05.2021 00:01 Alter: 161 days
Von: SH

12.05.2021:

Internationaler Tag des Chronischen Erschöpfungssyndroms „Fatigue“

Chronische Müdigkeit und Erschöpfung bei Krebs



Am 12. Mai 2021 findet weltweit der Tag des Chronischen Erschöpfungssyndroms statt.
Bereits seit 1995 wird dieser Tag als "International CFS Awareness Day" begangen. CFS steht für Chronisches Fatigue Syndrom (frz. Fatigue - Müdigkeit).

Es bezeichnet eine starke körperliche und psychische Erschöpfung mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen, wenn sie nicht schnell genug erkannt wird. Vor allem Krebspatienten leiden häufig unter starker tumorbedingter Müdigkeit. Deshalb nimmt die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e. V. diesen Jahrestag zum Anlass, um über das tumorbedingte Fatigue-Syndrom (TFS) bei Krebs aufmerksam zu machen und zu informieren.
Der gut gemeinte Rat: „Schlaf dich mal wieder richtig aus, dann geht‘s dir morgen besser!“ hilft Krebspatienten mit Fatigue nicht weiter.

„Krebskranke Menschen empfinden eine lähmende Erschöpfung, die nicht vergleichbar ist mit der normalen Müdigkeit gesunder Menschen. Sie entsteht ohne Anstrengung und lässt sich nicht einfach durch Ausschlafen beheben. Jeder, der diese gesundheitliche Störung selbst erlebt hat, weiß wie sehr sie den Alltag beeinträchtigen und die Lebensfreude rauben kann“, betont Sven Weise, Geschäftsführer der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft.

Schon bei der Aufnahme in die Klinik verspürt etwa ein Drittel aller Krebspatienten Müdigkeits-und Erschöpfungssymptome. Die tumorbedingte Fatigue zeigt sich durch abnehmende Leistungsfähigkeit, Inaktivität, fehlende Regeneration, Hilflosigkeit oder depressive Stimmungen. Sie kann während oder nach einer Therapie auftreten. So haben schätzungsweise 90 Prozent aller Patienten nach einer Chemotherapie Fatigue. Sie äußert sich in Form von Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Denkstörungen, auch bekannt als „Chemobrain“ oder „Nebel im Kopf“.
Auch körperliche Mangelzustände wie Blutarmut, Gewichtsverlust, Mangelernährung in Verbindung mit einer Krebserkrankung können der Auslöser für die Fatigue sein, indem sie verschiedene Stoffwechselprozesse im Körper beeinflussen.

Schätzungen zufolge entwickeln etwa 30 Prozent der Krebspatienten eine chronische Form der tumorbedingten Fatigue. Vor allem wenn die Erschöpfung nicht gleich erkannt wird und über Wochen oder Monate anhält, beeinträchtigt sie die Genesung und belastet das soziale und berufliche Leben der Erkrankten sehr. Sie können dann einfach nicht mehr am alltäglichen Leben teilnehmen. Deshalb ist es wichtig, Krebspatienten möglichst früh für diese Störung zu sensibilisieren und ihnen zu helfen, mit der Fatigue zurechtzukommen.
In den Psychosozialen Krebsberatungsstellen der der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft können sich Betroffene zu einer Fatigue-Sprechstunde vermitteln lassen. Dort gelingt es ihnen leichter, ihre Erschöpfung einzuordnen und zu verstehen. Gleichzeitig lernen sie neue Verhaltensweisen kennen, um diesem Zustand mit regelmäßiger Bewegung, Entspannung und Tipps zur Alltagsbewältigung begegnen zu können. In Abstimmung mit dem Patienten werden geeignete Behandlungsschritte ausgewählt, um Erschöpfungssymptome zu mildern und das Wohlbefinden des Patienten wieder zu steigern.

Fatigue - Expertensprechstunde am 17. Juni 2021
Am 17. Juni 2021, 15.00 Uhr, können sich Betroffene und Interessierte in einer virtuellen Expertensprechstunde mit dem Fatigue-Experten Dr. Michael Köhler (Universitätsklinikum Magdeburg) austauschen.
Infos und Anmeldungen bitte unter 0345 478 8110 oder info[at]sakg.de.

Broschüre „Patientenratgeber Fatigue“ im Download und Bestellen.
Die Broschüren sind kostenfrei: Broschüren und Publikationen